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Reicher Haase Assoziierte, Dortmund

Wohnen am Tarnowitzer Bogen –
Nachbarschaften am Grünen Anger

Die Jury bewertete den Entwurf wie folgt:

"Der Entwurf zielt darauf ab, an das kleinteilige, teils dörflich geprägte Umfeld des Plangebietes anzuknüpfen. Als prägnant wird zunächst ein starkes städtebauliches Rückgrat entlang der Tarnowitzer Straße als neuer Ortsrand wahrgenommen. Das gilt sowohl in seiner hochbaulichen Ausformulierung als auch in der Alleestruktur der Straße.

Weiteres prägendes Merkmal ist ein differenziertes Grün- und Freiraumsystem, wobei als besondere Qualität der zentrale Ost-West-Grünzug hervorzuheben ist. (...)

Der Schutzabstand zum landwirtschaftlichen Betrieb ist in diesem Entwurf nicht von der Bebauung freigehalten, sondern lediglich als letzter Bauabschnitt ausformuliert. Hieran ist problematisch, dass der Entwurf ohne Ausbau des letzten Bauabschnitts nicht im Plan dargestellt ist. (...)

Hinsichtlich der Raumbildung wird eine sehr kleinteilige, teppichartige Bebauung mit verhältnismäßig geringer städtebaulicher Dichte und ohne weitere Differenzierung der Räume angeboten. Die weitgehend gleichförmige Streuung der Bauvolumina hat zur Folge, dass die öffentlichen Räume im Inneren des Quartiers nicht sehr gut ablesbar sind. Es werden drei Quartierplätze ausgebildet, die sich aber kaum in den umgebenden Raumkanten widerspiegeln.

(...) Auch die Begrünung der Straßen und Wege wie auch der halböffentlichen Höfe und Gemeinschaftsflächen scheint keinem durchgängigen Gestaltungsprinzip zu folgen. Die Stellplätze sind sehr differenziert innerhalb des Gebietes gelöst und harmonisch in die Baufelder eingefügt. Allerdings ist zu bemerken, dass mehrfach Tiefgaragen angeboten werden, die (...) nicht wirtschaftlich erscheinen.

Der auf einen langen Realisierungszeitraum angelegte Beitrag fügt sich mit der kleinteiligen Baustruktur gut in die Nachbarschaft ein. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch Schwächen in der Raumbildung und in der Formulierung der Ortskante ins Gewicht."

Tarnowitzer Bögen –
Gemeinsam. Autoarm. Nachhaltig. Leben.

Die Jury bewertete den Entwurf wie folgt:

"Das Quartier entwickelt sich beiderseits eines geschwungenen Freiraums, der im Nordosten an der dörflichen Mitte beginnt und im Südwesten (...) in ienem kleinen Park mündet. Die ringförmige Haupterschließung erscheint auf den ersten Blick logisch, funktional gut angebunden und organisiert. Als nachteilig wird ihre undifferenzierte Ausgestaltung als Wohnsammelstraße wahrgenommen. Durch die zweimalige Querung des Grünzugs muss zu-dem ein deutlicher Eingriff in die Freiraumqualität in Kauf genommen werden.

Zur Unterbringung des ruhenden Verkehrs werden neben zwei sehr großen Mobilitätsstationen (...) auch Tiefgaragen unter den Mehrfamilienhäusern vorgeschlagen – ein überzeichnetes Angebot an Stellflächen, das eine zu starke Präsenz des Automobils in den öffentlichen Räumen zur Folge hat.
(...) Vom Autorenteam wird ein differenziertes Angebot an unterschiedlichen Wohnungstypen entwickelt und in den einzelnen Wohnhöfen nachvollziehbar durchmischt. Insgesamt aber dominieren Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Zudem muss aus städtebaulicher Sicht kritisch angemerkt werden, dass der große Anteil viergeschossiger Mehrfamilienhäuser den Maßstab der umliegenden Bebauung deutlich übersteigt. Ein wuchtiger Auftakt ergibt sich auch aus der Kubatur der beiden Mobilitätsstationen. (...) Die Verortung und Dimension der Kita ist richtig gewählt.
Der die Bauabschnitte verbindende Grünzug ist angemessen dimensioniert und übernimmt multifunktionale Aufgaben. Neben dem Angebot verschiedener Fuß- und Radwegeverbindungen und gut dimensionierter Spielflächen nimmt der Grünzug auch Flächen für die Rückhaltung und Speicherung des Regenwassers auf und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erschließung des Baugebietes und für die Grünversorgung. Die vorgeschlagene extensive Gestaltung des Tarnowitzer Parks lässt sowohl einen hohen Gebrauchswert als auch eine ökologische und artenreiche Grünausstattung erwarten.

Insgesamt bietet der Entwurf interessente Anregungen für die Entwicklung (...) an, ist jedoch mit dem Erschließungsring und dem dominanten Geschosswohnungsbau etwas zu urban ausgefallen."

ISR - Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH, Haan